Elternprojekt - Was heißt es eigentlich „Eltern zu sein“?
Was heißt es eigentlich „Eltern zu sein“?
Mit dieser spannenden Frage setzten sich vom 04. bis zum 06. Februar 2026 neun Jugendliche aus den Abgangsklassen der Haupt- und Realschule Kreiensen auseinander.
Im Zentrum der Projekttage stand die Betreuung von computergesteuerten Babysimulatoren, die an die Jugendlichen für drei Tage ausgegeben wurden. Diese Hightech-Simulatoren wiegen so viel, wie ein echter Säugling und müssen genauso umsorgt werden.
Die Babysimulatoren schreien nach Aufmerksamkeit, wollen gefüttert und gewickelt werden und man muss sie in den Schlaf wiegen. Wie beim echten Baby ist es völlig unvorhersehbar, wann sie lautstark ihre Bedürfnisse äußern. Das kann morgens um drei Uhr sein, beim Einkaufen im Supermarkt oder im Schulbus. Die Versorgung der Simulatoren kann dabei nur von den Jugendlichen übernommen werden, die den Simulator für die drei Tage betreuen. Dies wird durch eine präzise Technik ermöglicht. Die Schülerinnen und Schüler bekamen zu Beginn des Projektes einen Chip, der fest an ihrem Handgelenk befestigt wurde. Über diesen Chip erkennt der Simulator „seine Eltern“. Die Teilnehmenden müssen sich vor jeder Pflege- und Betreuungsleistung bei ihrem Babysimulator mit dem Chip einloggen. Jede erbrachte oder nicht erfolgte Pflege- und Betreuungsleistung der Schüler/-innen wird auf diese Weise von dem Babysimulator aufgezeichnet. Am Ende des Projektes wurden diese Aufzeichnungen mit den teilnehmenden Jugendlichen im Einzelgespräch besprochen. Die Jugendlichen konnten durch den Einsatz dieser hochtechnischen Simulatoren ganz hautnah erfahren, wie es ist, ein Neugeborenes zu betreuen. Die Vorfreude auf die drei Tage mit Baby verwandelte sich entsprechend sehr rasch in einen großen Respekt vor der Elternrolle. Am Ende der drei Tage waren sich alle teilnehmenden Schüler/-innen einig, dass sie mit der Familienplanung noch einige Jahre warten wollen. Das Feedback zeigte deutlich, dass die Jugendlichen sich auf wieder ruhige Nächte freuen - aber auch stolz auf die erbrachte Leistung waren. Sie haben durch das Projekt gelernt, dass Geduld und Fürsorge trainierbar sind. Der Mythos vom „einfachen Babyglück“ aus den Hochglanzmagazinen wurde durch eine echte und greifbare Lebenserfahrung ersetzt.
Umgesetzt wurde das Projekt an der Haupt- und Realschule Kreiensen durch Joana Buttgereit, Nicole Eckermann, Jenni Mädge und Brigitte Schmidt.
Ein großer Dank gilt in diesem Zusammenhang dem Landkreis Northeim, der durch eine monetäre Unterstützung das Projekt überhaupt erst ermöglicht hat.
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